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Die südeuropäische Immobilienbranche erlebt gerade einen massiven Nachfrageeinbruch. Durch die Euro-Krise, die mehr und mehr um sich greift, flüchten Investoren in den sicher geglaubten Norden. Vor allem deutsche Immobilienfonds verzeichnen infolge dieser Entwicklung deutlich höhere Wertzuwächse.

Ein Grund zur Freude: Wegen der Euro-Krise flüchten immer mehr Investoren in deutsche Immobilien Foto: © Kitty - Fotolia.com
Zu den Leidtragenden des Vertrauensverlustes in die Immobilienbranche gehören vor allem die Länder Italien und Portugal, deren Volkswirtschaften ohnehin gerade auf wackligen Beinen stehen. Ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zeichnet sich ab, denn Investitionen in Einkaufszentren, Bürotürme und Logistikobjekte finden nun vermehrt in wirtschaftlich stabilen Ländern statt. Das betrifft vor allem Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten. Laut Aussagen der Beratungsgesellschaft Jones Lang LaSalle (JLL) ist das Investitionsvolumen allein in Deutschland um 22 Prozent auf 23,55 Mrd. Euro gestiegen.
Bürotürme und Einkaufszentren gehören aber auch in Frankreich und England zu den stärker nachgefragten Objekten. Allein in London lag das Investitionsvolumen bei 18,4 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 15,7 Prozent entspricht. Des einen Freud ist des anderen Leid: Italien musste im Gegenzug massive Einbrüche hinnehmen, ebenfalls bei Gewerbeimmobilien. Die Furcht der Investoren vor einem Einbruch der Konjunktur fand in den geplanten Steuererhöhungen und Sparprogrammen einen geeigneten Nährboden. In Zahlen ausgedrückt: Nur mehr 989 Mio. Euro beträgt das Investitionsvolumen nach einem Einbruch um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahresvolumen von 1,84 Mrd. Euro. Und der Gesinnungswandel bei Anlegern und Investoren vollzog sich recht schnell, denn noch im Herbst des vergangenen Jahres waren italienische Objekte alles andere als Ladenhüter.
Das Interesse lag vor allem bei Einkaufszentren und Ladenstraßen, von denen man sich in Italien eine starke wie stabile Nachfrage erhoffte. Diese machten in den ersten drei Quartalen des zurückliegenden Geschäftsjahres immerhin 55 % sämtlicher Immobilienkäufe aus. Aber Sparprogramme und die Jagd auf Steuersünder haben das Wachstum ausgebremst und Investoren an ähnliche Maßnahmen und deren Folgen erinnert, wie sie bereits in Portugal und Griechenland umgesetzt wurden.
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